Das Haus der Wettiner

Als "ganz normale Leute" sehen sich Prinz Alexander und Prinzessin
Gisela von Sachsen. 1998 zog die Familie nach Dresden, vorerst in eine
Mietwohnung. Die Söhne sind 13, zwölf und acht Jahre alt. Vor zwei
Jahren wurde Maria-Teresita geboren, das war nach fast 100 Jahren die
erste Geburt eines Familienmitgliedes in Dresden.

Dass die Jungen Georg-Phillip, Mauricio-Gabriel und Paul-Clemens wie die kleine
Schwester Doppelnamen tragen, die teilweise ins Spanische übertragen
wurden, hat seinen Grund: Die Familie hat lange Zeit in Mexico City
gelebt, wo Prinz Alexander eine Import-Export-Firma betreibt. Zu Hause
wird nach wie vor viel Spanisch gesprochen, damit die Kinder
zweisprachig aufwachsen. Seit drei Jahren pendelt der Prinz alle sechs,
acht Wochen nach Dresden. Hier ist er zudem in die Firma Impernet
eingestiegen und hofft, künftig länger bei der Familie sein zu können -
auch wenn der Kontakt mittels Telefon, Fax und Internet sehr eng ist.

Prinz Alexander gehört zur albertinischen Linie der Wettiner. 1918
dankte Friedrich August III. als letzter sächsischer König ab. Sein
Enkel, Maria Emanuel Markgraf von Meißen, Prinz von und Herzog zu
Sachsen, ist nunmehr das Familienoberhaupt. Als sehr junger Mann war er
1945 mit der Familie vor den nahenden russischen Truppen geflüchtet und
lebt heute 75-jährig in der Schweiz. Weil er selbst keine Kinder hat,
adoptierte er seinen Neffen Alexander, der damit Thronfolger wird -
auch wenn es den Thron längst nicht mehr gibt.


Prinz Alexander von Sachsen, 1953 in Bayern geboren und zwischen
München und Mexiko aufgewachsen, studierte Betriebswirtschaft. Während
sein Onkel das sächsische Leben, Kultur und Familientraditionen selbst
noch erlebt hat, kennt sein Adoptivsohn all das nur vom Erzählen, aus
Büchern oder Filmen. Nach dem Fall der Mauer kam er 1989 erstmals nach
Dresden.

Die Zeit, bis Prinz Alexander Familienoberhaupt wird, sei für sie alle
ein Lernprozess. Immer häufiger ist die Familie bei
Geschichts-Symposien oder -Tagungen gefragt oder wird von der
Staatsregierung zu offiziellen Terminen eingeladen. Die Prinzessin
steht an der Spitze des Förderkomitees der Landesstiftung für Natur und
Umwelt (Lanu). Das bedeutet, Spenden zu sammeln, Projekte zu
entwickeln, Ökobauernhöfe oder den Kräutergarten in St. Marienstern zu
besuchen.

Seit Februar dieses Jahres kommt auf Prinz Alexander eine weitere
Aufgabe zu. Sachsens Hochadel wirbt künftig weltweit Investoren für den
Freistaat: Das Wirtschaftsministerium schloss mit Prinz Alexander von
Sachsen einen zunächst auf zwei Jahre befristeten Beratervertrag ab.
Aufgrund der internationalen Kontakte des neuen
"Ansiedlungsbeauftragten" seien maßgebliche Investitionen aus Nord- und
Südamerika sowie Japan und den alten Bundesländern zu erwarten.


Autogrammadresse:

Alexander Prinz von Sachsen
c/o Sächsisches Ministerium für Wirtschaft und Arbeit
Pressestelle
Wilhelm-Buck-Str. 2
01097 Dresden